Wer in Düsseldorf ein Büro sucht, stößt schnell auf vier Begriffe: Coworking, Shared Office, Bürogemeinschaft und Business Center. Sie erscheinen in denselben Suchergebnissen, häufig sogar auf derselben Anbieterseite.
Nur meinen sie nicht dasselbe.
Das ist keine Wortklauberei. Hinter den Begriffen stecken unterschiedliche Verträge, eine unterschiedliche Verteilung von Verantwortung und sehr unterschiedliche Kostenstrukturen. Wer nach dem falschen Begriff sucht, bekommt Angebote, die zur eigenen Situation nicht passen.
Eine Einordnung vorweg: Keiner der vier Begriffe ist rechtlich definiert. Sie haben sich am Markt entwickelt, und jeder Anbieter legt sie ein Stück anders aus. Genau deshalb lohnt es sich, nicht auf das Wort zu schauen, sondern auf drei Fragen dahinter.
Die drei Fragen, die die Begriffe trennen
Was ist der Vertragsgegenstand? Ein einzelner Arbeitsplatz, ein abgeschlossener Raum oder ein Anteil an einer Fläche.
Wer organisiert die Infrastruktur? Internet, Reinigung, Möbel, Empfang und Kaffee kommen entweder von einem Anbieter oder die Nutzenden regeln sie selbst.
Wie lange bindet der Vertrag? Von einem Tag bis zu mehreren Jahren.
Wer diese drei Fragen an ein Angebot stellt, braucht den Begriff eigentlich nicht mehr.
Coworking
Der Vertragsgegenstand ist der Arbeitsplatz, nicht der Raum. Gearbeitet wird in einem offenen Bereich, gemeinsam mit Menschen aus anderen Unternehmen. Die Infrastruktur stellt der Anbieter komplett.
Üblich sind Tagesmodelle und Monatsverträge, teils mit festem Platz, teils mit wechselndem. Coworking ist damit die flexibelste der vier Formen und die mit der niedrigsten Einstiegshürde.
Shared Office
Der unschärfste Begriff der vier. Er wird auf zwei Arten verwendet: einmal als englisches Synonym für Coworking, einmal für ein Büro, das sich mehrere Unternehmen mit eigenen Arbeitsplätzen teilen.
Wer nach Shared Office sucht, sollte deshalb immer nachlesen, was der jeweilige Anbieter damit meint. Die Suchanfrage ist verbreitet, die Antworten darauf sind es in unterschiedliche Richtungen.
Bürogemeinschaft
Hier teilen mehrere selbstständige Personen oder Unternehmen eine Fläche, die sie gemeinsam angemietet haben. Entweder als gemeinsame Mietparteien oder einer ist Hauptmieter und vermietet weiter.
Der entscheidende Unterschied zu den anderen Formen: Es steht kein Dienstleister dazwischen. Internet, Reinigung, Möbel, Nebenkosten und die Abstimmung untereinander organisieren die Beteiligten selbst. Das kann günstiger sein und bedeutet mehr Aufwand. Bekannt ist die Form vor allem aus den freien Berufen, etwa bei Kanzleien oder Praxen.
Wie eine Bürogemeinschaft vertraglich aufgebaut ist, unterscheidet sich stark von Fall zu Fall. Bei dieser Form lohnt ein genauer Blick in den Vertrag besonders.
Business Center
Der Begriff ist älter als Coworking. Gemeint sind in der Regel möblierte Einzelbüros mit einem Servicepaket: Empfang, Postannahme, teils Telefonservice oder Sekretariatsleistungen, häufig einzeln zubuchbar.
Verträge laufen meist pro Büro und mit festgelegter Laufzeit. Der Ton ist formeller als im Coworking, das Angebot stärker als Dienstleistungskatalog aufgebaut.
Mietbüro und Büro auf Zeit
Diese beiden sind keine eigenen Kategorien, sondern Beschreibungen. Ein Mietbüro ist ein gemietetes Büro, möbliert oder nicht. Büro auf Zeit betont die kurze Laufzeit.
Die Unterschiede auf einen Blick
Coworking: ein Arbeitsplatz, Infrastruktur vom Anbieter, Bindung vom einzelnen Tag bis zum Monat.
Shared Office: je nach Anbieter ein Arbeitsplatz oder ein Raum, Infrastruktur vom Anbieter, Bindung vom Tag bis zum Monat.
Bürogemeinschaft: ein Anteil an einer Fläche, Infrastruktur von den Beteiligten selbst organisiert, Bindung häufig mehrjährig.
Business Center: ein abgeschlossenes Büro, Infrastruktur vom Anbieter und teils einzeln zubuchbar, Bindung von Monaten bis Jahren.
Welche Form zu welcher Situation passt
Wer wenige Tage im Monat einen Arbeitsplatz braucht oder das Homeoffice abwechseln möchte, ist mit Coworking am schnellsten dabei.
Wer vertrauliche Gespräche führt, Unterlagen vor Ort lassen will oder Kundschaft empfängt, braucht einen abgeschlossenen Raum. Das führt zum Einzel- oder Teambüro, unabhängig davon, ob der Anbieter sich Business Center oder Workspace nennt.
Wer bereits ein Netzwerk aus Kolleginnen und Kollegen hat, die gemeinsam eine Fläche tragen können, und Lust auf die Organisation dahinter hat, findet in einer Bürogemeinschaft die günstigste Variante pro Quadratmeter.
Und wer sich noch nicht sicher ist, fährt in der Regel gut damit, klein und kurz einzusteigen und später zu wechseln. Vorausgesetzt, die Kündigungsfrist lässt das zu.
Wie es am Factory Campus aussieht
Am Factory Campus in Düsseldorf-Lierenfeld liegen mehrere dieser Formen an einem Ort. Coworking gibt es ab 19 Euro pro Tag oder 179 Euro pro Monat, abschließbare Büros beginnen beim Mini MVP mit rund 7 Quadratmetern ab 490 Euro monatlich. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Monatsende.
Im Preis enthalten sind Betriebskosten, Glasfaser-Internet, Reinigung, Parkplätze, die Nutzung der Gemeinschaftsflächen sowie eine Kaffee-, Tee- und Wasser-Flatrate. Damit entfällt die Organisation, die bei einer Bürogemeinschaft anfällt, ohne dass eine mehrjährige Bindung entsteht.
Alle Modelle und Preise stehen in der Preisübersicht. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, ohne etwas zu buchen: Jeden Donnerstag zwischen 8 und 20 Uhr kann man beim Open Space Day ohne Anmeldung vorbeikommen und im Coworking-Bereich arbeiten.